RAUCHMELDER: Ausrüsten und Leben retten!

Durchschnittlich 200.000 Wohnungsbrände werden bundesweit jährlich verzeichnet. In den allermeisten Fällen kommen die Geschädigten mit Sachschäden und dem Schrecken davon, aber noch immer sterben jährlich über 600 Personen bei Wohnungs- oder Hausbränden. Todesursache ist fast immer das Einatmen der giftigen Dämpfe, da die Betroffenen meist im Schlaf überrascht werden.

Rauchmelder retten Leben, die längst fällige Rauchmelderpflicht besteht in Deutschland seit 2016. Ein Rauchmelder schützt vor diesem Schreckenszenario zuverlässig und ist ohne großen finanziellen Aufwand sofort einsatzbereit.

Wir klären Dich über die nützlichen Brandverhütungshelfer auf und zeigen Dir, welcher Rauchmelder bei unabhängigen Tests überzeugt und wodurch sich die einzelnen Modelle unterscheiden.

Rauchmelderpflicht

Seit 2016 herrscht in Deutschland die Pflicht in Wohngebäuden für ausreichenden Brandschutz durch Rauchmelder zu sorgen. Der Eigentümer bzw. der Vermieter sind für das Anbringen und die damit anfallenden Kosten verantwortlich.

Für privaten Wohnraum gilt die Rauchmelderpflicht für aller 16 Bundesländer, Neu- und Umbauten müssen also mit Rauchmeldern ausgestattet werden. Für Bestandsbauten gibt es Übergangsfristen, die länderabhängig sind und je nach Bundesland variieren.

>Ausnahme ist ausschließlich Sachsen: Hier gilt die Verpflichtung zur Anbringung von Rauchmeldern nur für Neu- und Umbauten, Bestandsbauten werden nicht miteinbezogen und bleiben von der gesetzlichen Rauchmelderpflicht weiterhin unabhängig.

Die folgende kleine Tabelle gibt Dir eine kurze Übersicht über die jeweils bestehenden Übergangsregelungen in den einzelnen Bundesländern:

Bundesland Pflicht für bestehenden Wohnraum
Baden-Württemberg Seit dem 01.01.2015
Bayern Seit dem 01.01.2018
Berlin Seit dem 31.12.2020
Brandenburg Seit dem 31.12.2020
Bremen Seit dem 01.01.2016
Hamburg Seit dem 01.01.2011
Hessen Seit dem 01.01.2015
Mecklenburg-Vorpommern Seit dem 01.01.2010
Niedersachsen Seit dem 01.01.2016
Nordrhein-Westfalen Seit dem 01.01.2017
Rheinland-Pfalz Seit dem 12.07.2012
Saarland Seit dem 31.12.2016
Sachsen Keine Regelung
Sachsen-Anhalt Seit dem 01.01.2016
Schleswig-Holstein Seit dem 01.01.2011
Thüringen Seit dem 01.01.2019

 

Wer noch nicht aufgerüstet hat, für den wird es also höchste Zeit. Bei Nichtbeachtung drohen im Ernstfall hohe Strafen.

Ein Verstoß kann im Brandfall nicht nur eine strafrechtliche Verfolgung mit sich ziehen, sondern auch dazu führen, dass die bestehende Versicherung im Brandfall die Leistungen kürzt oder komplett verweigert.

Im Falle von Personenschäden oder großen Sachschäden führt diese Nachlässigkeit also zu weitreichenden Folgen für die Betroffenen. Die Berufung auf das Nichtwissen über diese gesetzliche Brandschutzbestimmung schützt nicht vor Strafe und hat keine Auswirkungen auf die zu erwartenden Konsequenzen.

Funk-Rauchmelder vernetzen

Der entscheidende Unterschied zwischen Funkrauchmeldern und üblichen Rauchmeldern besteht darin, dass Funkrauchmelder miteinander vernetzt sind und im Brandfall somit nicht nur der alarmgebende Rauchmelder ein Signal abgibt, sondern sämtliche miteinander installierten Rauchmelder.

Diese Möglichkeit bietet Dir den Vorteil, dass Du auch dann auf die drohende Gefahr aufmerksam gemacht wirst, wenn Du dich beispielsweise in einem anderen Stockwerk aufhältst.

Vor allem nachts bieten Funkrauchmelder deutlich mehr Sicherheit, da die allermeisten Brände nicht im Schlafzimmer ausbrechen, das Signal eines Funkrauchmelders dank der Vernetzung im Brandfall jedoch auch im Schlafzimmer ausgelöst wird.

Die Installation von Funkrauchmeldern ist ohne spezifisches Fachwissen möglich und kann in fast allen Fällen selbstständig durchgeführt werden.

Drahtlos miteinander verbundenen Rauchmelder werden nach der Installation einfach per Knopfdruck miteinander verbunden. Ein kurzer Test über den Testknopf bestätigt Dir, ob die Rauchmelder sachgemäß miteinander verbunden sind.

Mit Kabel verbundene Funkrauchmelder sind hingegen fast ausschließlich im gewerblichen Bereich zu finden. Die Installation ist aufwendig und setzt ein gewisses Maß an technischem Know-How voraus. Der Vorteil dieser Variante ist die geringe Störanfälligkeit des Rauchmeldersystems.

Rauchmelder Test 2017

Dieser Link zu einem Test von Rauchmeldern zeigt dir die Vor- und Nachteile einzelner Rauchmelder auf. Die getesteten Rauchmelder sind gängige Modelle und variieren unter anderem in Preis und Funktionsweise.

Stiftung Warentest

Stiftung Warentest hat letztes Jahr einen Rauchmeldertest durchgeführt. Neben den üblichen Standardmodellen wurden auch sogenannte Minigeräte, Funkrauchmelder und Smart-Home-Geräte unter die Lupe genommen. Den ausführlichen Test und die Ergebnisse kannst Du Dir hier ansehen.

Der Stiftung Warentest Testsieger ist der fotoelektrische Rauchmelder EI650. Hier ein kurzer Abriss der wichtigsten Eckdaten des EI650 auf einen Blick:

  • 180 Gramm schwer
  • Maße 15 x 12 x 5,5 cm
  • geprüft nach DIN EN 14604
  • Lautstärke 85 dB
  • eingebaute Lithium Batterien mit einer Lebensdauer von 10 Jahren
  • Schlafzimmertauglich, da kein störendes Blinklicht
  • reduzierte Fehleranfälligkeit bei verschmutzter Rauchkammer
  • Easy-Press-Knopf, d.h. Bedingung auch vom Boden aus möglich
  • Selbstüberwachung dank regelmäßigen und eigenständigen Selbsttests
  • manuelle Alarmunterdrückung

Rauchmelder kaufen

Rauchmelder erhältst Du online, in Baumärkten oder Technikmärkten. Die Preise und die Qualität der einzelnen Modelle unterscheiden sich deutlich voneinander. Von den kleinen, einfachen Modellen für ein paar Euro bis hin zum kameragestützten und funkvernetzten Rauchmelder für über 100,- € ist alles zu haben.

Beachte bei Deiner Kaufentscheidung, dass es beim Rauchmelderkauf nicht hauptsächlich auf den Preis ankommt, sondern darauf, ein hochwertiges Produkt zu erhalten, welches zu den eigenen Anforderungen passt. Folgende Punkte solltest Du in Deine Entscheidung miteinbeziehen:

  • Wohnungs- bzw. Hausgröße: Bei einem Haus mit mehreren Stockwerken bieten sich Funkrauchmelder an, da sie Dich auch dann warnen, wenn ein Rauchmelder in einem anderen Stockwerk einen Alarm anschlägt, denn Du ansonsten nicht hören könntest.
  • Die eingebaute Batterie: Ein Rauchmelder enthält im Idealfall Langzeitbatterien, welche mehrere Jahre Lebenszeit haben. Ein ständiges Wechseln der Batterien führt ansonsten nicht nur zu störenden Warnalarmen, sondern wirkt sich auf Dauer auch auf Deine Geldbörse aus.
  • Das Zimmer, in welchem der Rauchmelder installiert wird: Für einen Rauchmelder in Schlafräumen bieten sich Modelle ohne störendes Blinklicht an. Für Feuchträume wie Bad oder Küche solltest Du auf ein Modell zurückgreifen, welches nicht auf Partikel in der Luft reagiert, da ansonsten Fehlfunktionen drohen.

Ausreichende Lautstärke: Rauchmelder sollten einen Ton von mindestes 85 dB abgeben um sicherzustellen, dass Du den Rauchmelder auch dann hören kannst, wenn Du Dich in einem weit entfernten Zimmer aufhältst.

Ein Rauchmelder ist eine langfristige Investition bei der nicht am falschen Ende gespart werden sollte. Falls Du Dir beim Kauf unsicher bist, kannst Du Dich in einem Fachgeschäft ausführlich über die einzelnen Rauchmelder beraten lassen.

Fazit

Rauchmelder sind unerlässlich und sollten ob mit oder ohne Verpflichtung in jedem Haushalt selbstverständlich sein. Selbst die Anschaffung eines hochwertigen Modells ist auf die Einsatzjahre eines Rauchmelders gerechnet nicht sehr kostenintensiv und die Installation ohne Vorkenntnisse möglich.

Erfahrungen und Tests zeigen, dass die kleinen Helfer im Ernstfall nicht nur Leben retten, sondern auch Hab und Gut schützen. Funkrauchmelder bieten hierbei vor allem nachts das höchste Maß an Sicherheit.

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